Ethik
Museumsethik & Berufsethik

Professioneller Umgang mit sensiblen Themen und Betroffenen
Museen sind zentrale Akteure im gesellschaftlichen Diskurs und tragen Verantwortung für eine ethisch reflektierte Vermittlung herausfordernder Themen. Ich entwickle ethische Leitlinien, begleite Institutionen bei der Aufarbeitung historischer und aktueller Dilemmata und schule Fachkräfte im professionellen Umgang mit sensiblen Inhalten.
Mein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Fachkräften – sei es in Museen oder in der Sozialarbeit –, die mit Menschen arbeiten, die traumatische Erfahrungen und starke Emotionen teilen. Wie können subjektive Erinnerungen sensibel dokumentiert und ethisch korrekt weitervermittelt werden, um ein neues Verständnis für Zusammenhänge und unterdrückte Gefühle in der Gesellschaft zu wecken? Wie können moralische Herausforderungen reflektiert und wissenschaftliche Fakten mit persönlichen Erfahrungen in Einklang gebracht werden?
Diese Arbeit geht weit über fachliche Kompetenzen hinaus – sie erfordert ein tiefes Verständnis für die Emotionen aller Beteiligten: der Betroffenen, der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der eigenen Gefühle. Die Auseinandersetzung mit sensiblen Themen kann für Museumsmitarbeitende und andere Fachkräfte emotional sehr belastend sein. Daher ist es entscheidend, dass sie dabei angemessen unterstützt werden – durch Wissen über die Zusammenhänge und Konsequenzen dieser Arbeit, durch die Unterstützung von Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie durch ausreichend Zeit und Raum für Reflexion. Ebenso wichtig ist es, zu wissen, wie man diese Arbeit angeht, um langfristig handlungsfähig zu bleiben und einen Burnout zu vermeiden.
Meine Doktorarbeit „Viele Abwägungen treffen – viele Bedürfnisse berücksichtigen“ (2014) befasste sich mit den moralischen Herausforderungen in Museen, die sich mit gesellschaftlich sensiblen Themen auseinandersetzen. Ich untersuchte, wie moralische Entscheidungen getroffen, ethische Konflikte navigiert und das Spannungsfeld zwischen persönlichen Erzählungen, historischer Aufarbeitung und gesellschaftlichem Wissentransfer bewältigt werden kann.
Neben meiner Forschung bin ich seit mehr als 15 Jahren in internationalen Gremien aktiv. Ich war Mitgründerin des Internationalen Komitees für ethische Dilemmata (IC Ethics) und bin Mitglied im Standing Committee for Ethics (ETHCOM) des International Council of Museums (ICOM).
Ein wichtiger Bestandteil meiner Schulungen ist der Umgang mit emotionaler Belastung in der täglichen Arbeit. Ich vermittle Strategien, um sich selbst und andere in diesen herausfordernden Prozessen zu unterstützen und Burnout zu vermeiden. Mein Ziel ist es, Institutionen und Einzelpersonen dabei zu helfen, ethisch reflektiert zu handeln, schwierige Gespräche professionell zu führen und eine verantwortungsbewusste, sensible Vermittlung von Geschichte und Gegenwart zu ermöglichen.
Ich biete Mentoring, Schulungen, Workshops und Beratungen für Museen, Universitäten, kulturelle Institutionen sowie Fachkräfte aus anderen Bereichen des sozialen Sektors an.
Nehmen Sie gerne Kontakt auf, um mehr über meine Schulungen und Beratungsangebote zu erfahren.